Besteuerung in Argentinien

„Im praktischen Leben rettet nicht das Vertrauen, sondern das Misstrauen.

Napoleón Bonaparte

Unternehmensbesteuerung

Ein Überblick

STEUER SATZ %
Unternehmseinkommen 30
Kapitalerträge 30
Kapitalertragsteuern:
Dividenden 7
Zinsen 15,05 / 35
Lizenzgebühren (Patente, Markenzeichen und Know-how)  28
Lizenzgebühren (Urheberrechte) 12,25 / 31,5
Lizenzgebühren (andere) 31,5
Gebühren (fachspezifisch) 21 / 31,5
Gebühren (Management) 24,5 / 31,5
Interne Ausschüttungen 7

Die Nettobetriebsdefizite können für fünf Steuerperioden vorgetragen werden.

Einkommen- und

Körperschaftsteuer

Inländische Körperschaften werden nach dem Welteinkommensprinzip besteuert. Alle Gewinne, einschließlich Kapitalerträge, sind steuerpflichtig. Nichtansässige Unternehmen werden nur auf der Grundlage der inländischen Einkünfte besteuert.

Die Körperschaftsteuerrate beträgt 30 % für die ab dem 1. Januar 2018 beginnenden Steuerperioden (der Steuersatz wird 25% betragen, für ab dem 1. Januar 2020 beginnenden Steuerperioden). Ausnahmsweise unterliegen Einnahmen aus Glücksspielen in Casinos, aus elektronischen Slots oder aus digitalen Plattformen dem Einkommensteuersatz von 41,5%.

Einkünfte aus Kapitalvermögen sind in der Körperschaftssteuerbemessungsgrundlage enthalten.

Unter Kapitalisierungsregeln schränken die Abzugsfähigkeit von Zinsen (inkl.  Änderungen und Kursdifferenzen) aus Darlehen ein, mit nahestehenden Unternehmen bis zu 30% der Erträge (vor dem Zinsenabzug und Tilgungen) oder zum bestimmten Betrag, der von der vollziehenden Gewalt festzusetzen ist. Unter anderem sind die mit den Dritten hochverschuldeten Wirtschaftsgruppen ausgeschlossen.

Ausschüttungen von Dividenden und Überweisungen der Zweigstellengewinne unterliegen dem Einkommenssteuerabzug in Höhe von 7% für die ab dem 1. Januar 2018 beginnenden Steuerperioden (dieser Abzug wird 13% betragen für die ab dem 1. Januar 2020 beginnenden Steuerperioden).

Ansässige Unternehmen können u.U. im Ausland bereits gezahlte Steuern in Argentinien bis zu dem Betrag der Steuerschuld anrechnen lassen, der sich bei Berücksichtigung der ausländischen Einkünfte bei der Bemessungsgrundlagenberechnung im Inland ergibt.

Besteuert wird der Gewinn einer Periode, nachdem Wertberichtigungen gemäß des argentinischen Steuerrechts vorgenommen wurden. Ausnahmen sind normalerweise nicht gegeben. Ausgaben sind abzugsfähig, wenn diese zum steuerpflichtigen Gewinn beigetragen haben.

Das Inventar (der Bestand) wird nach den Bewertungsvorschriften des bestehenden Steuerrechts bewertet, das einen Wert festlegt, der zwischen den Anschaffungskosten und dem Marktwert am Ende des jeweiligen Veranlagungszeitraums liegt. Anlagen und andere Investitionen, die ab dem 1. Januar 2018 erworben wurden, können bei der Inflation geändert werden, um die Wertverluste, sowie deren berechenbare Kosten bei dem Verkauf oder Transfer zu bestimmen.

Rückstellungen für uneinbringliche Forderungen sind erlaubt, müssen jedoch korrekt nach den Methoden gemäß der Rechtsvorschiften ermittelt werden.

Betriebsvermögen wird normalerweise linear abgeschrieben über dessen Nutzungsdauer (leistungsabhängige Abschreibungsmethoden sind u. U. auch möglich). Das Gesetz schreibt keine konkreten Abschreibungsraten für bewegliche Vermögensgegenstände vor.

Die Anwendung des Inflationsanpassungsmechanismus wird für Steuerjahre festgelegt, in denen der Prozentsatz der Schwankung des Einzelhandelspreisindex (IPC) von mehr als 100% in den 36 Monaten vor dem Abschluss des betreffenden Steuerjahres überprüft wird.

Verluste können bis zu fünf Steuerperioden vorgetragen werden. Verluste ausländischer Herkunft können nur mit den entsprechenden ausländischen Einkünften verrechnet werden. Verlustrückträge sind nicht erlaubt.

Der Veranlagungszeitraum eines Unternehmens entspricht dessen Wirtschaftsjahr. Unternehmen sind verpflichtet, insgesamt zehn monatliche Vorauszahlungen, beginnend im sechsten Monat des Veranlagungszeitraums, zu tätigen. Die erste Vorauszahlung muss 25 % und die letzte 8,33 % der veranlagten Steuer des letzten Jahres betragen, reduziert um bereits gezahlte, zurückbehaltene Steuer, die den gleichen Veranlagungszeitraum betrifft.

Unternehmen müssen zu einem bestimmten Datum im fünften Monat nach Ende des Veranlagungszeitraums ihre Steuererklärung einreichen und jegliche Forderungen begleichen.

Steuer auf persönliche Güter

persönliche Güter

Investments in das Eigenkapital argentinischer Unternehmen durch ausländische Investoren und durch Inländer werden mit einem Steuersatz von 0,25 % besteuert.

Diese Investmentsteuer muss das argentinische Unternehmen zahlen, welches Anspruch auf eine Steuererstattung von den Investoren hat.

Kontosteuer auf

Geldtransfers

Ein- und Auszahlungen auf Konten unterliegen dieser Steuer zu einem Steuersatz von 0,6 %. Von dem auf die Einzahlung fallenden Anteil der Steuer können 33 % zur Einkommensteuer und/oder zur Steuer auf den vermuteten Mindestgewinn angerechnet werden.

Die folgenden Vorgänge können anstelle von Ein- und Auszahlungen auf Konten getätigt werden und werden deshalb zu einem erhöhten Steuersatz von 1,2 % besteuert:

  1. Sammelverwaltung von Schecks, Rechnungen und allen anderen Instrumenten;
  2. Abhebungen und Transfers ausgeführt aus diversen Gründen;
  3. Zahlungen im Auftrag und/oder im Namen eines Dritten.

In diesen Fällen können 17 % der Steuer zur Einkommensteuer angerechnet werden.

Umgekehrt werden von Getreidemaklern, Viehzuchtbetrieben und anderen Zwischenhändlern stammende Ein- und Auszahlungen mit einem reduzierten Steuersatz von 0,075 % ohne Anrechnungsberechtigung besteuert.

Umsatzsteuer

Die Provinzen und die Stadt Buenos Aires besteuern Bruttoeinnahmen, die aus regelmäßig ausgeübter ökonomischer Aktivität resultieren.

Die Steuersätze differieren, abhängig von der Art der Aktivität, zwischen 1 % und 5,5 %. Exporte sind prinzipiell ausgenommen. Primär- und Industrieproduktionsaktivitiäten – außer Verkäufe an Endverbraucher – können u. U. auch von der Steuer ausgenommen werden.

Stempelsteuer

Die Provinzen und die Stadt Buenos Aires besteuern Vertragsentgelte für schriftlich dokumentierte Verträge. Die Steuersätze differieren generell zwischen 0,5 % und 4 %, abhängig von der Art des Vertrages und von der Jurisdiktion, in der dieser aufgesetzt wurde.

Gemeindeabgaben

Jede Gemeinde erhebt Zuschläge auf Dienstleistungen für dort ansässige Personen. Allgemein werden die Zuschlagsraten im Zusammenhang mit bestimmten Variablen berechnet (z. B. entwickelte Tätigkeit, besetzte Fläche und Umsatzhöhe).

Sonstige wichtige

Steuern

STEUER SATZ %
Mehrwertsteuer (IVA) – Standardrate 21
Mehrwertsteuer (IVA) – andere Raten 10,5 / 27

Sozialversicherungssteuern auf Gehälter und Löhne, bezahlt

durch Arbeitnehmer

18 / 20,4 ¹
Kommunalsteuern auf Grundstücke, etc. verschieden
Ausfuhrzölle auf Dienstleistungen 12% ²

 

¹ Diese Steuersätze werden allmählich den Satz von 19,5% erreichen, für die ab dem 1. Januar 2022 beginnenden Steuerperioden. Zusätzlich steigt der geltende Steuerfreibetrag von 7.003,68 ARS pro Arbeitnehmer allmählich bis er 2022 eine Höhe von 12 000 ARS erreicht.

² Der Ausfuhrzollbetrag darf jedoch nicht mehr als 4 ARS pro USD steuerpflichtiger Dienstleistungen betragen.

Importeure von Waren und Dienstleistungen nach Argentinien sind verpflichtet, Mehrwertsteuer entsprechend des Wertes der importierten Waren bzw. Dienstleistungen zu zahlen. Diese Mehrwertsteuer gilt als Vorsteuerabzug für den Importeur.

Es gibt die dauerhafte Prozedur der Rückerstattung des Steuerguthabens, das bei Kauf, Bau, Produktion oder Import des Anlagevermögens entstanden ist, und das nach den 6 aufeinander folgenden Veranlagungszeiträumen (Monaten), seit dessen Erhalt weiterhin ein Teil des Saldo zu Gunsten des Steuerzahlers bleibt.

Quellensteuer bei

Doppelbesteuerungsabkommen

Argentiniens Doppelbesteuerungsabkommen, die Maximalsteuersätze festlegen, die unter den allgemeinen liegen, sehen folgende Raten vor:

LAND DIVIDENDEN % ZINSEN % LIZENZGEBÜHREN %
Australien 10/15 0/12 10/15
Belgien 10/15 0/12 3/5/10/15
Bolivien 10/5 0/15 1015
Brasilien (*) 0/(*) (*)
Kanada 10/15 0/12,5 3/5/10/15
Chile 10/15 4/12/15 3/10/15
Dänemark 10/15 0/12 3/5/10/15
Frankreich 15 20 18
Deutschland 15 0/10/15 15
Italien 15 0/20 10/18
Mexiko 10/15 0/12 10/15
Niederlande 10/15 0/12 3/5/10/15
Norwegen 10/15 0/12 3/5/10/15
Russland 10/15 0/15 15
Spanien 10/15 0/12 3/5/10/15
Schweden 10/15 0/12.5 3/5/10/15
Schweiz 10/15 0/12 3/5/10/15
Vereinigtes Königreich 10/15 0/12 3/5/10/15

(*) Ohne Begrenzung.

Besteuerung von

 Privatpersonen

Inländer werden nach dem Welteinkommensprinzip steuerlich veranlagt. Steuerausländer unterliegen nur mit ihren argentinischen Einkünften der Steuerpflicht.

Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die über einen permanenten Wohnsitz in Argentinien verfügen oder sich für zwölf Monate in Argentinien niedergelassen haben, werden als Steuerinländer betrachtet. Jedoch wird bei Einzelpersonen mit Wohnsitz und Arbeitsverträgen in Argentinien, für einen Zeitraum von weniger als 5 Jahren, nur das argentinische Einkommen besteuert.

Besteuertes Einkommen von Arbeitnehmern beinhaltet alle Gehälter, unabhängig von der Nationalität des Steuerzahlers oder des Ortes, an welchem die Vergütung gezahlt oder der Arbeitsvertrag aufgesetzt wurde. Besteuerte Vergütungen beinhalten auch vom Arbeitgeber gezahlte Posten, außer Fortbildungskosten und die Bereitstellung von Arbeitsmaterial und -kleidung.

Der progressive Steuersatz bei argentinischen Steuerpflichtigen liegt zwischen 5 % und 35 % (abhängig vom zu versteuernden Einkommen). Steuerausländer werden zu einem festen Steuersatz von 35 % besteuert.

Wenn die ermittelte Steuer bei Auszahlung des Arbeitnehmergehalts einbehalten wird, sind Arbeitgeber dazu befugt, bestimmte Ausgaben abzuziehen (z. B. Sozialversicherungsbeiträge, Krankenversicherungsbeiträge für Arbeitnehmer und deren Familien, Behandlungskosten, Mietkosten und durch Steuerbehörden geschätzte Aufwendungen entstanden durch Geschäftsreisen, Bestattungkosten und Lebensversicherungsprämien).

Andere Abzüge sind in Höhe der gesetzlich festgelegten Beträge erlaubt. Diese bestehen aus einem persönlichen Steuerabzug in Höhe von 249.441,60 ARS, einer persönlichen Steuerbefreiung in Höhe von 85.848,9 ARS und Familienfreibeträgen in Höhe von 80.033,97 ARS für Ehepartner, 40.361,43 ARS für jedes Kind. Um Abzugsberechtigungen zu erlangen, müssen die Unterhaltsberechtigten ihren Wohnsitz für mehr als sechs Monate im Jahr in Argentinien haben. Zudem darf das Einkommen den persönlichen Steuerfreibetrag nicht übersteigen.

Einkommensteuer – Selbstständige Arbeit

Einkünfte aus Gewerbebetrieb

Inländer werden mit ihren Einkünften aus selbstständiger Arbeit bzw. aus Gewerbebetrieben nach dem Welteinkommensprinzip steuerlich veranlagt. Steuerausländer unterliegen nur mit ihren argentinischen Einkünften der Steuerpflicht.

Einkünfte aus selbstständiger Arbeit bzw. aus Gewerbebetrieben sind steuerpflichtig, unabhängig von der Nationalität des Leistungsempfängers oder des Ortes, wo der Vertag abgeschlossen wurde.

Der progressive Steuersatz liegt zwischen 5 % und 35 %.

Ausgaben, die zum Erhalt des Einkommens beigetragen haben, sind abziehbar. Bestimmte Ausgaben, die nicht unmittelbar im Zusammenhang mit Gewerbezwecken stehen, sind auch abzugsfähig (z. B. Sozialversicherungsbeiträge, Krankenversicherungsbeiträge für Angestellte und deren Familien, Behandlungskosten, durch Steuerbehörden geschätzte Aufwendungen entstanden durch Geschäftsreisen, Bestattungkosten und Lebensversicherungsprämien).

Andere Abzüge sind in Höhe der durch Gesetze festgelegten Beträgen erlaubt. Dessen geschätzte Beträge  beinhalten  einen  persönlichen  Freibetrag  in  Höhe  von 171.697,97 ARS, eine persönliche Steuerbefreiung in Höhe von 85.848,99 ARS und Familienzulagen entsprechend in Höhe von 80.033,97 ARS für den Ehepartner, 40.361,43 ARS für jedes Kind. Um Abzugsberechtigungen zu erlangen, müssen die Unterhaltsberechtigten ihren Wohnsitz für mehr als sechs Monate des Kalenderjahres in Argentinien haben und dürfen dabei die Einkommensgrenze in Höhe des persönlichen Freibetrages nicht überschreiten.

Vorstandsvergütungen werden wie Einkünfte aus selbstständiger Arbeit besteuert. Wenn diese von argentinischen Unternehmen gezahlt wurden, werden sie als argentinische Einkommensquellen behandelt, unabhängig vom Ort der eigentlichen Tätigkeit.

Kapitalertragssteuer

Dividenden von argentinischen Unternehmen sowie Überweisungen der Zweigstellengewinne sind zum Satz von 7% (bei Auszahlung von Unternehmensgewinnen mit 30% Steuersatz), und zum Satz von 13% (bei Auszahlung von Unternehmensgewinnen, die mit dem Steuersatz von 25% besteuert werden) zu versteuern.

Lizenzgebühren und Einkommen aus Vermietung werden wie normales Einkommen besteuert.

Finanzielle Gewinne sind steuerpflichtig, sowie auch Kapitalgewinne aus der Veräußerung von Aktien, repräsentative Werte von Aktien und Zertifikate für die Aktienhinterlegung sowie für andere Unternehmensbeteiligungen (einschließlich Quoten von Anlagefonds und Beteiligungszertifikate an Treuhandfonds und sonstige Rechte an dem Treuhand sowie ähnlichen Verträgen), digitale Münzen, Wertpapiere, Schuldverschreibungen und andere Werte..

Einkommenssteuersatz beträgt 15% für die Kapitalerträge oder Gewinne, die aus Anlagen in Fremdwährung oder mit der Anpassungsklausel resultieren – Wechselkursdifferenzen oder Kapitalanpassung sind nicht gegeben – sowie die Gewinne, die aus dem Aktienverkauf und ähnlichen Unternehmensbeteiligungen resultieren. Der anzuwendende Steuersatz für Kapitalerträge oder Gewinne, die aus Anlagen in Landeswährung ohne Anpassungsklausel resultieren, beträgt 5%.

Der Abzug von 85.848,99 ARS ist erlaubt, ausgenommen Erträge, die aus dem Aktienverkauf oder ähnlichen Unternehmensbeteiligungen resultieren.

Erträge aus dem Aktienverkauf zum auf dem lokalen Devisenmarkt verhandelten Kurs sind von dieser Steuer befreit, ebenso wie Erträge, die aus Transaktionen resultieren, die ein öffentliches Angebot der Aktien betreffen, gemäß den von der Wertpapierkomission festgelegten Regelungen. Von der Kapitalertragsteuer sind auch Anlagefonds befreit, deren Bestandteile überwiegend mindestens zu 75% aus Aktien bestehen. Diese Steuerbefreiungen gelten für natürliche Personen in Argentinien.

Sie gelten auch für ausländische Begünstigte, die wohnhaft in „kooperativer Jurisdiktion“ sind und für diejenigen, deren investierte Anlagebeträge aus solcher Jurisdiktion stammen (außer den Banknoten, bekannt als Lebacs).

Ausgleich bei

Verlusten

Verluste von selbstständigen Personen können bis zu fünf Jahre vorgetragen werden. Verluste ausländischer Herkunft können nur mit den entsprechenden ausländischen Einkünften verrechnet werden.

Kapitalerträge

Kapitalerträge aus dem Verkauf oder Transfer von Aktien, Bonds und anderen Wertpapieren werden zu einem Steuersatz von 15% besteuert. Immobilien, die sich im Besitz von Privatpersonen befinden (außer dem Wohngebäude) sind zu versteuern und der anzuwendende Steuersatz sowie Steuerbemessungsgrundlage hängt von dem Kaufdatum der Immobilie ab. Bei dem Kauf vor dem 1. Januar 2018 beträgt die Transfersteuer 1,5 % des Verkaufpreises. Bei dem Kauf ab dem 1. Januar wird die Einkommensteuer zum Satz von 15% verwendet, auf die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und fortgeführten Kosten, zzgl. bestimmter Aufwendungen.

Steuer auf

persönliche Güter

Steuerinländer unterliegen mit ihrem weltweit gehaltenem Betriebsvermögen der Steuer auf persönliche Güter, wenn dieses den Betrag von 2.000.000 ARS übersteigt. Der Steuersatz beträgt 0,25 %, steigend bis auf 0,75%. Verbindlichkeiten sind, anders als Hypotheken, nicht abzugsfähig.

Privatpersonen mit Wohnsitz im Ausland und Expatriates die sich in Argentinien im Rahmen eines unter 5 Jahren dauernden Arbeitsauftrages aufhalten, werden nur mit ihrem sich in Argentinien befindlichen Betriebsvermögen zur Steuer veranlagt.

Ungeachtet des Obengenannten werden Kapitalbeteiligungen an argentinischen Unternehmen, die von ausländischen Investoren gehalten werden, mit einem Steuersatz von 0,25 % besteuert. In diesem Fall muss das argentinische Unternehmen die Steuer bezahlen und ist befugt, sich den Steueraufwand durch den Investor erstatten zu lassen.

Sozialabgaben

Allgemein werden Sozialabgaben nach folgendem Schema beglichen: 20.4%³ von dem Arbeitgeber und 17,5% von dem Arbeitnehmer.

Arbeitgeberbeiträge werden unter Anwendung des oben stehenden Satzes (20,4%) auf Arbeitnehmerentgelte errechnet abzüglich des Steuerfreibetrags in Höhe von 7.003,68 ARS pro Mitarbeiter. Das zu den Sozialabgaben zu veranlagende, maximale Arbeitnehmerentgelt beträgt 117.682,47 ARS.

Arbeitgeber bezahlen zusätzliche Beträge, die auf unterschiedlichen Grundlagen der Arbeitslosenversicherung, Lebens-,           Berufsunfähigkeitversicherung und Arbeitsunfallversicherung errechnet werden.

Selbstständige bezahlen Sozialversicherungsbeiträge nicht auf Grundlage ihres aktuellen Einkommens, sondern auf der durch das Gesetz festgelegten Grundlage, die sich an der ausgeübten Tätigkeit orientiert.

³ Arbeitgeberbeiträge werden an unterschiedliche Staatsfonds oder Behörden überwiesen, wie gesetzlich vorgesehen und zwar: Rentenversicherung, Arbeitnehmerkrankenversicherung, Familienkasse und ArbeitslosenDividenden von argentinischen Unternehmen, die an Nichtansässige gezahlt werden, sind zum Satz von 7% (bei Auszahlung von Unternehmensgewinnen mit 30% kasse.

Verwaltung

Arbeitgeber müssen Informationen über ihre Angestellten an die Steuerbehörden übermitteln (und auch die Steuern bei Gehaltszahlungen einbehalten).

Selbstständige Steuerzahler müssen sich bei den Steuerbehörden registrieren. Steuererklärungen weisen die Einkünfte des vorherigen Jahres aus und werden jährlich im Juni eingereicht.

Personen ohne Lohneinkommen, z. B. Selbstständige, müssen Vorauszahlungen jeweils im Juni, August, Oktober und Dezember im aktuellen Veranlagungszeitraum sowie im Februar des nächsten Veranlagungszeitraum tätigen. Jede Vorauszahlung entspricht 20% der im vorherhigen Veranlagungszeitraum veranlagten Steuer, reduziert um die im aktuellen Veranlagungszeitraum bereits zurückbehaltene Steuer.

Es gibt ein Quellensteuersystem bei Zahlungen an Steuerinländer. So einbehaltene Beträge werden als Steuervorauszahlung betrachtet.

Besteuerung von

Steuerausländern

In Argentinien Nichtansässige, die mehr als sechs Monate eines Kalenderjahres in Argentinien verbringen, müssen eine Einkommensteuererklärung einreichen und ihre aktuell angefallenen, abziehbaren Aufwendungen geltend machen.

Nichtansässige mit vorübergehendem Aufenthalt in Argentinien (für sechs Monate oder weniger) unterliegen einer Quellenbesteuerung, wobei 30 % der Entgelte steuerfrei sind, um mögliche, mit dem Einkommen in Zusammenhang stehende Ausgaben, pauschal zu berücksichtigen. Die verbleibenden 70 % unterliegen einem Steuersatz von 35 % ohne weitere Abzugsmöglichkeiten oder Ermäßigungen, wodurch letztendlich eine effektive Steuer von 24,5 % erhoben wird. Die zurückbehaltene Steuer ist eine endgültige Steuer. Nichtansässige, die der Quellensteuer unterliegen, sind nicht verpflichtet, eine Steuererklärung anzufertigen.

Steuersatz), und zum Satz von 13% (bei Auszahlung von Unternehmensgewinnen, die mit dem Steuersatz von 25% besteuert werden) zu versteuern.

Sozialabgaben werden wie oben erwähnt erhoben. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer können unter bestimmten Umständen von Abgaben in die argentinische Rentenkasse absehen.

Doppelbesteuerungsentlastung

Eine Steueranrechnung von im Ausland gezahlter Einkommensteuer ist möglich – bis in Höhe der argentinischen Steuer, die sich bei der Berechnung mit den ausländischen Einkünften als Ausgangsgröße ergeben würde.

Transaktionen zwischen

verbundenen Parteien

Bei Transaktionen mit ausländischen nahestehenden Unternehmen müssen inländische Unternehmen offenlegen, ob die festgelegten Preise im Einklang mit denen stehen, die auf dem offenem Markt mit unabhängigen Marktteilnehmern üblich sind. Ansonsten müssen Preisanpassungen bei der Einkommensteuerermittlung vorgenommen werden.

Diese Vorgehensweise wird auch bei Transaktionen mit Dritten angewendet, die ihren Sitz in Steueroasen haben (wie von der Exekutive angegeben 4) bzw. von dort aus verwaltet werden, unabhängig davon, ob es sich dabei um ein nahestehendes Unternehmen handelt oder nicht.

Die Definition von „nahestehendem Unternehmen“ ist sehr weit gefasst. Sie beinhaltet nicht nur die indirekte Kapitalbeteiligung an der Führung oder am Management, sondern auch die signifikante Einflussnahme auf ein anderes Unternehmen (z. B. Alleinvertriebshändler, ein Lieferant, ein Kunde und ein Unternehmen benutzen eine exklusive Methode oder unterstützen einander).

Prinzipiell sind folgende Methoden erlaubt: (i) Preisvergleichsmethode; (ii) Wiederverkaufspreismethode; (iii)        Kostenaufschlagsmethode; (iv) Gewinnaufteilungsmethode; (v) Transaktionsbezogene Netto-Margen-Methode und (vi) andere Methoden für bestimmte Transaktionen.

4 Mit Steueroase wird ein Land oder Gebiet gemeint, das mit Argentinien kein Abkommen zum Informationsaustausch in Steuersachen oder kein Doppelbesteuerungsabkommen mit der Klausel über den umfassenden Informationsaustausch abgeschlossen hat oder trotz des Abschlusses einer Vereinbarung mit derartigen Klausel hält es die Regeln zum Informationsaustausch nicht ein.

 

Berichterstattungspflichten

Steuerzahler, die den Verrechnungspreisregeln unterliegen, müssen eine  jährliche  Erklärung über die Verrechnungspreise einreichen, wenn bestimmte Transaktionsbeträge überschritten werden. Zusätzlich sind sie verpflichtet einen jährlichen Verrechnungspreisbericht vorzubereiten und auszufüllen.

Darüber hinaus müssen diese Steuerzahler Berichtspflichten über Importe und Exporte mit nicht nahestehenden Parteien erfüllen, wenn entweder der Betrag dieser Transaktionen im Steuerjahr 1.000.000 ARS übersteigt oder es sich bei den gehandelten Gütern um Rohstoffe handelt.

Außerdem sind die multinationalen Unternehmensgruppen (MNE), deren Gesamtumsatz den Wert von 750 Millionen EUR in der letzten Steuerperiode erreicht oder übersteigt hat, verpflichtet einen jährlichen länderspezifischen Bericht über die Erträge, Bruttogewinne, bezahlte Steuern sowie Steuerrückstellungen und andere Konjunkturindikatoren einzureichen, Einheimische Unternehmen, die zur MNE Gruppe gehören, sind verpflichtet sich in ein spezielles von dem Bundesfinanzamt erstelltes Register eintragen zu lassen und bestimmte Informationen über das oberste Unternehmen der MNE Gruppe (wie Name, Sitzland, Gesamtumsatz und wenn vereinbart den länderspezifischen Bericht vorlegen) jährlich dort zu übersenden.